Nix! … ist so wie es scheint
kinderliteraturaltonale im Kinderbuchhaus mit Ulrich Hub

Sieben Schulklassen, eine Bühne, darauf: Autor, Theaterregisseur und Schauspieler Ulrich Hub. Und schon geht es los! Rein in die Geschichte mit Pascha, dem schneeweißen Tiger mit schwarzen Streifen und seinem Freund Lucky – ein, wie Pascha findet, ganz gewöhnlicher kleiner Panther. Das ist jedoch nicht die einzige Fehlannahme? Schneller als man denkt verstricken sich die Charaktere in einem Knäuel aus Missverständnissen. Gelesen vom Autor selbst erlebt diese humorvolle Geschichte lebhafte Resonanz vom Publikum und fordert die Kinder heraus, ganz einfach mal zu fragen: „Was ist schwul?“, um dann selbst die Antwort zu liefern: „Schwul ist wenn ein Mann mit einem Mann zusammenlebt.“ Um dann zu fragen: „Wie geht es weiter?“ Erst einmal mit einer ganzen Menge Autogramme und dem Versprechen der Lehrerinnen, das frisch erworbene Buch im Unterricht weiter zu besprechen. Diese Lesung war für die Schüler also definitiv ein Erlebnis und auch Gesprächsbeginn über Missverständnisse und Vorurteile.

Möglich gemacht wurde sie vom Carlsen Verlag und der kinderliteraturaltonale.

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LOOK! Von Bologna nach Hamburg

LOOK! – Hinsehen musste man in der beeindruckenden gleichnamigen Ausstellung, dem Herzstücks des deutschen Gastlandauftritts auf der Bologna Children’s Book Fair, die in den letzten Wochen in der Fabrik der Künste zu sehen war. Das Kinderbuchhaus war als Kooperationspartner der Fabrik der Künste mit drei Veranstaltungen dabei und machte das genaue Hinsehen und Hinhören zum Thema: bei der Mappen-Begutachtung mit LektorInnen der Verlage Aladin, Carlsen und Oetinger, aber auch bei den Diskussionen zu der Zusammenarbeit von IllustratorInnen und Verlagen sowie zu der Frage „Was machen digitale Möglichkeiten mit der Handschrift des Künstlers?“.
Zur Mappen-Begutachtung kamen mehr als 30 Mappenträger. Dementsprechend geduldig mussten sie sein bis sie ihre Mappe vorstellen durften. Aber auch, weil sich Lektoren und Künstler mehr Zeit nehmen konnten als z.B. in Bologna. Bewundernswert die VerlagslektorInnen – Nina Horn vom Aladin Verlag, Lena Kleine Bornhorst von der Oetinger Verlagsgruppe, Frank Kühne vom Carlsen Verlag und später am Abend auch Klaus Humann – wie sie auch nach vier Stunden immer noch bereitwillig Rückmeldung zu den verschiedensten Illustrationensstilen gaben.
Noch am selben Abend an die Begutachtungen anschließend fand die Publikumsdiskussion mit den Verlegern Klaus Humann und Frank Kühne statt. Das für manche vielleicht überraschendem Ergebnis: die Verleger wünschen sich eine intensive Kooperation mit den Hochschulen, den Ausbildungsinstitutionen, schon während des Studiums, um junge Menschen auf den Markt und seine Gesetze, vielmehr aber auch auf die Regeln eines mit Bildern erzählten Buches vorzubereiten. Über allem die dringliche Bitte: Erzählt Geschichten mit euren Bildern. Ihr seid die Illustratoren und Illustratorinnen, die Geschichte zählt.
Die letzte Programmpunkt in der darauffolgenden Woche bot schließlich drei eindrucksvolle Einblicke in die Werkstätten von außergewöhnlich guten und auch erfolgreichen IllustratorInnen: Stefanie Harjes, Katja Kamm und Jonas Lauströer. Am Ende, trotz markanter Slogans wie „Digital ist das neue Bio“, die Erkenntnis: auch in der digitalen Welt spielt der Zufall eine große Rolle, Fehler dürfen nicht nur gemacht werden, sondern sind zuweilen geradezu verantwortlich für Bildfindung und Innovation. Auch in der digitalen Welt, in der scheinbar jeder Fehler unsichtbar gemacht werden kann gilt: wenn die Bildidee und die Zeichnung nicht gut sind, dann kann auch das beste Zeichenprogramm nicht helfen.
Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle auch an Herrn Werner und sein gesamtes Team der Fabrik der Künste. Vor der eindrucksvollen Kulisse der Bologna-Exponate fanden sich zu allen durch die Kinderbuchhaus-Programmleiterin Dr. Dagmar Gausmann moderierten Veranstaltungen engagierte und neugierige Hörer und Diskutanten. Alle waren sich einig, dass die Themen mit denen das Kinderbuchhaus in der Fabrik der Künste vertreten sein durfte, Fortsetzungen herausfordern. Demnächst dann im Kinderbuchhaus?

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Ich will keinen Krieg! Shady aus Damaskus
Werkstattlesung mit Marie-Thérèse Schins

Marie-Thérèse Schins - Shady aus DamaskusIch will keinen Krieg! Dieser Titel von Marie-Thérèse Schins’ aktuellem Buch spricht allen Menschen aus dem Herzen. Er bringt auf den Punkt, was man fühlt, wenn man Nachrichten schaut, mit der eigenen Familie oder Menschen aus Kriegsgebieten spricht, und auch wenn man sich fragt, wohin dies alles führen wird. Menschen wollen keinen Krieg. Darüber waren sich auch alle Kinder in der Werkstattlesung von Marie-Thérèse Schins zu eben diesem Buch einig. Aber wussten sie auch, was Krieg und Flucht bedeutet?
Marie-Thérèse Schins nahm die 42 Schüler und Schülerinnen der Schule Bahrenfelder Straße mit auf eine Reise ins für uns immer noch so ferne Syrien. Gemeinsam mit Abdullah und Yazan, zwei jungen Syrern, die seit einigen Monaten in Hamburg leben, las die Autorin aus ihrem Buch. Es erzählt die Geschichte von Shady aus Damaskus, der vom Krieg aus seinem Alltag, seiner Heimat gerissen wird, sich von Freunden, seinem bisherigen Leben und der gewohnten Umgebung im Dunkel der Nacht heimlich verabschieden muss und mit seinen Eltern in den Libanon flüchtet.

Marie-Thérèse Schins - Shady aus DamaskusNatürlich hatten die Schüler und Schülerinnen viele Fragen. Für einen Überraschungsmoment sorgte aber vor allem eine Schülerin, die während des Gesprächs spontan als Übersetzerin einsprang und die Sprachbarriere zwischen den Kindern und den jungen Männern beinahe verschwinden ließ. Fotos, Gerüche und Kleidungsstücke aus Syrien und dem Libanon, die Marie-Thérèse Schins mitbrachte, holten die Schüler und Schülerinnen ganz nah an die Erzählung heran und machte die Länder, deren Bewohner und Kultur greifbar. Vor allem aber das Foto zweier Backgammonspieler ließ die Kinder vorher ungeahnte Gemeinsamkeiten erkennen.

Die Vielschichtigkeit täglicher Berichte und Bilder aus Syrien lässt sich auf diese Weise vielleicht besser begreifen. Diskussions- und Redebedarf gab es bei allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen in jedem Fall. Wegen der hohen Nachfrage fand die Werkstatt noch zwei weitere Male statt.

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