Alles Zufall?

Heute möchten wir auf eine für uns ganz besondere Neuerscheinung hinweisen:
Alles Zufall? Bilder und Geschichten der Klasse 6d, Brüder-Grimm-Schule,
Hamburg Billstedt.

In loser Folge werden wir auf unserem Blog Ausschnitte daraus zeigen.

Zur Erklärung zitieren wir hier das Vorwort:

Dieses Buch entstand im Zuge eine Kooperation der Stadtteilschule Brüder-Grimm in Hamburg-Billstedt mit dem Hamburger Kinderbuchhaus. Ermöglicht wurde es durch das Modellprogramm Kulturagenten für kreative Schulen. Die Klasse 6d der Brüder-Grimm-Schule war im Schuljahr 2014/2015 die ausgewählte Klasse für dieses Gemeinschaftsprojekt.

Das übergeordnete Thema lautete „Entscheidungen“. Neben der Arbeit an diesem Buch sammelten die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen zu diesem Thema mit der Philosophin Dr. Kristina Calvert und der Schauspielerin Alina Gregor.

Für dieses Buch entstanden mit der Zuhilfenahme des Zufalls uns assoziativer Verfahren Bilder und Sätze. Auf dieses Bilder und Sätze konnten die Schüler dann reagieren, sie weiterzeichnen und weiterschreiben. Teilweise wurden zu den Bildern anschließend Geschichten geschrieben und umgekehrt, zu den Geschichten Bilder gezeichnet.

Des Weiteren finden sich in dieser Sammlung Texte, die sich inhaltlich mit dem Themenkomplex Entscheidung, Zufall und Schicksal befassen.

Das Projekt wurde begleitet von den Lehrerinnen der Brüder-Grimm-Schule Cornelia Schatte (Bild und Organisation) und Ines Ritter (Text) und der Kulturagentin Julia Münz (Organisation). Außerdem von mir (Bild und Text).

Katja Kamm, Bilderbuchautorin und Illustratorin
Hamburg, Juni 2015

Hier kommt der Beitrag von Amira H.
Wir finden ihn heute besonders passend, weil draußen der Sommer ist.

Text und Bild: Amira H.

Text und Bild: Amira H.

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Die ersten Werkstätten in unserer neuen Ausstellung – Teil 2

Die neue Ausstellung „Von Fischern und ihren Frauen“ war mir noch bevor sie aufgebaut wurde sehr symphatisch. All‘ die meerigen Farben an der Wand und die neuen Themen, die sich zu dem Märchen von Philipp Otto Runge anbieten, haben über das sich immer einstellende „och schade, die Bilder hätten auch gerne noch bleiben können“-Gefühl beim Abbau der „alten“ Ausstellung „Ausgezeichnet! Der Kinder- und Jugendbuchpreis LUCHS“ schnell hinweggeholfen und die Spannung auf das Neue steigen lassen.

Kurzfristig vom Vernissage-Trubel abgelenkt stand ich dann direkt einen Tag nach der Eröffnung in der Ausstellung, um Schülern der Ganztagsgrundschule Sternschanze im Rahmen des Kultur-Abos die „Fischer und ihre Frauen“ vorzustellen. Die Vorstellung war, in ca. einer Stunde die Ausstellung und das Hamburger Kinderbuchhaus kennnen zu lernen, die Themen „Bilder“, „Buch“ und „Kultur“ anzureißen sowie Raum zum eigenen Entdecken zu geben.

Von Fischern und ihren Frauen - Der Butt

Von Fischern und ihren Frauen – Der Butt

Angefangen haben wir beim großen Butt an der Wand im Treppenhaus, den Entrée. Die Idee als die ersten Gäste die neue Ausstellung zu besuchen, schien den Schülern ganz gut zu gefallen – ein Anlass übrigens, sich darüber zu verständigen, was denn überhaupt eine Ausstellung ist, was Originale sein können und darüber nachzudenken, wie berühmt man wohl ist, wenn man sich in einer Ausstellung präsentieren kann.

 

Im Ausstellungsraum haben wir es uns dann erstmal auf Teppichinseln gemütlich gemacht, um bequem und entspannt (am Ende eines langen Schultages) dem Märchen „Vom Fischer un sin Fru“ lauschen zu können. Als Einstimmung auf das Vorlesen haben wir uns darüber runterhalten, welche Wünsche man so haben kann (viele!) und wie das so mit dem Wünschen ist. Einige Schüler würden gerne fliegen können, andere haben sich die Bestätigung für ein Leben nach dem Tod gewünscht, andere wollten gerne Superhelden sein.

"Männlein, Männlein, Timpe, Theee. ..."

„Männlein, Männlein, Timpe, Theee. …“

Vorgelesen habe ich dann schließlich aus dem Buch von Jonas Lauströer, da die Bilder von Sabine Wilharm und Katja Gehrmann zum „Fischer und seiner Frau“ direkt vor unseren Augen hingen. Die Schüler haben dabei tatkräftig und laut geholfen, indem sie die Zauberformel „Manntje, Manntje …“ gemeinsam (ziemlich) laut mit zitiert haben. Sie hatten die Formel natürlich längst an der Wand in den verschieden Sprachen entdeckt.

 

Folien von Katja Gehrmann

Folien von Katja Gehrmann

Von Fischern und ihren Frauen - angeln

Von Fischern und ihren Frauen – angeln

Die Spannung stieg mit den immer größer werdenden Wünschen der Fischersfrau. „Ist die denn verrückt!?“ riefen einige Schüler. Andere wollten wissen: „Wer ist denn nun mächtiger, der Kaiser oder der Papst?“ Ebenfalls nicht unentdeckt blieb das immer dunkler werdende Wasser. „Was da wohl noch passiert?“

Am Ende der Geschichte gab es schließlich Bedarf, noch einmal über das Wünschen zu sprechen. So einfach ist das nicht, mit dem Wünschen. „Da muss man schon aufpassen.“

Zum Ausklang blieb noch genug Raum und Zeit, sich die Bilder anzusehen, Originale und Bücher zu vergleichen, einfach mal nur zu angeln oder einen eigenen Butt zu malen, an Hörstationen zu lauschen und Filme zu schauen.

Ein schöner erster Besuch war das. Und ja, Wünsche sind nicht einfach. Aber fliegen würde ich auch gerne können!

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Die ersten Werkstätten in unserer neuen Ausstellung – Teil 1

Die Fachschule für Sozialpädagogik zu Besuch im Hamburger Kinderbuchhaus

Anfang Juli, also kurz nach der Eröffnung unserer Ausstellung „Von Fischern und ihren Frauen“, besuchte uns eine Gruppe angehender Erzieher der FSP (Fachschule für Sozialpädagogik). Ausgangspunkt der durch Jenni Feddersen geleiteten Führung durch das Kinderbuchhaus war der Gedanke, der Gruppe zu zeigen, wie sie selbst später einmal Kindergruppen durch eine Ausstellung leiten könnten.
Startpunkt war der große Butt im Treppenhaus. Die Gruppe versammelte sich vor dem für das Märchen vom Fischer und seiner Frau typischen Ruf des Fischers: „Mandje!, Mandje!, Timpe Thee!, Buttje, Buttje, in de See,  myne Fru de Ilsebill, will nich so, as ik woll will“.

Von Fischern und ihren Frauen - Der Butt

Von Fischern und ihren Frauen – Der Butt

Viele konnten sich daran noch gut aus ihrer Kindheit erinnern. Nach einer kurzen Einleitung über das Kinderbuchhaus, seiner Präsentation von Originalillustrationen, der vielen Werkstätten und Weiterbildungsmöglichkeiten, ging es weiter in die Ausstellung, die das Märchen aus den unterschiedlichen Perspektiven dreier Hamburger Illustratoren (Katja Gehrmann, Jonas Lauströer, Sabine Wilharm) in Bildern erzählt.

Die Maßlosigkeit der Ilsebill

Die Maßlosigkeit der Ilsebill

Zunächst einmal bekam die Gruppe die Aufgabe, sich in aller Ruhe die Bilder anzusehen, und sich ganz allgemein zu überlegen, was ihnen auffällt. Wie wir es auch mit unseren Kindergruppen machen, wurde anschließend über das Gesehene gesprochen. Es entstand eine rege Diskussion über die Besonderheiten, sowie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Bildern, etwa die Darstellung der Umgebung, der Figuren oder die Übersetzung ihrer Gefühle. Dabei ist es immer wieder schön zu hören, wie verschieden doch die Sichweisen und Deutungsarten der Besucher sind, was für Fragen an die Bilder entstehen und wie diese durch jede der drei illustratorischen Erzählformen anders beantwortet werden können.

Passend zum Thema des Märchens wurde die Gruppe schließlich nach ihren eigenen Wünschen gefragt, was übrigens auch ein sehr geeignetes Mittel ist, mit Kindergruppen ins Gespräch über die Ausstellung zu kommen! Ganz besonders hat uns gefreut, dass (so ganz nebenbei) wertvolle Tipps und Ideen seitens der angehenden Erzieher entstanden, wie die vielen interaktiven Stationen der Ausstellung zu erweitern sein könnten. Vielen Dank noch einmal dafür!

Von Fischern und ihren Frauen - angeln

Von Fischern und ihren Frauen – angeln

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Zum Selbermachen

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Unsere Hörstation: das Märchen auf Hochdeutsch und auf Plattdeutsch

 

 

 

 

 

 

Gegen Ende wurde in den Stationen noch kräftig geangelt, gezeichnet, zugehört, zugeschaut und in den Büchern geschmökert – ganz so, wie es die Kinder der Besuchergruppen des Hamburger Kinderbuchhauses immer gern tun.

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