Augenspuk und Rätselhaftes
– Optische Täuschungen selbst gemacht

von Fanny Bracht, Schülerpraktikantin

Ob optische Illusionen oder Wunder der Physik, Silke Vry hat Silke Vry - Foto © Christian Kalnbachheute im Rahmen des Hamburger VorleseVergnügens mit einer vierten Klasse „Augenspuk und Rätselhaftes“ erkundet. Und der Name ist Programm: Am Ende hatten die Kinder vier tolle optische Täuschungen, die sie mit nach Hause nehmen konnten.

Doch bevor es an die praktische Arbeit ging, hat Silke Vry uns ein paar Bilder von verschiedenen optischen Täusch2018-06-25 09.09.50ungen gezeigt, wie zum Beispiel einen Jungen mit einer Eiswaffel in der Hand, der so platziert wurde, dass eine Wolke im Hintergrund aussah wie ein Softeis. Oder auch sehr lustig fanden wir zwei Mädchen, die sich so geschickt in den Sand eingegraben haben, dass es den Eindruck erweckt ein Mädchen würde ihren eigenen Kopf unter dem Arm halten.

Nach dem Vortrag haben wir zuerst mal anhand eines Bildes, das eine traurig guckende Frau zeigte, das richtige Pfalzen, sowie Berg- und Talpfalze kennengelernt. Wenn man nämlich an den richtigen Stellen der Papiers die richtigen Pfalze verwendet, kann man die Frau doch glücklich stimmen – oder aber noch grimmiger. 

Als nächstes ging es um Bewegung und wie man sein Auge so austricksen kann, dass es in ein paar unbewegten Bildern eine Bewegungsabfolge erkennen kann. Aus vier unterschiedlichen Bildern von einem galoppierenden Pferd haben wir eine Art Daumenkino gebastelt, indem wir es, wie ein Leporello gefaltet, an einen Schaschlikspieß klebten und zwischen den Händen schnell drehten.

2018-06-25 10.42.36Das Highlight war jedoch das Basteln von einem Dinosaurier, der dich nicht mehr aus den Augen lässt: Wenn man sich nämlich um den Tyrannosaurus Rex herumgeht, entsteht die Illusion, dass er seinen Kopf bewegt. Verstärkt haben wir den Effekt dadurch, dass wir alle unsere gebastelten Exemplare in eine Reihe stellten und nacheinander an der ganzen Dino-Herde vorbeiliefen. Wer sich die ganze Magie noch einmal selbst anschauen möchte, kann gerne hier vorbeischauen.

Als Letztes haben wir einen Würfel gebastelt, der, obwohl er nach innen gefaltet wurde, aussieht als würde er nach vorne kippen. Besonders schön daran war, dass jeder von uns ihn ganz individuell anmalen durfte, sodass es am Ende keinen Würfel gab, der genauso aussah wie ein anderer und trotzdem hat dieser „Augenspuk“ bei jedem Würfel aufs Neue funktioniert.

Veröffentlicht unter Gut zu wissen!, Literaturfestival, Überblick Programm | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Augenspuk und Rätselhaftes
– Optische Täuschungen selbst gemacht

Das Kinderbuchhaus zu Gast im Warschauer Goethe-Institut

von Dr. Dagmar Gausmann

13.06.2018, Warszawa, Instytut Goethego. Fot. Adam Burakowski

Über eine Internetrecherche wurde Markus Kedziora auf das Kinderbuchhaus im Altonaer Museum aufmerksam. Unser Haus und unsere Arbeit erschienen ihm sehr passend für den ersten Deutsch-Polnischen Kinderbuchsalon, den er im Warschauer Goethe-Institut organisierte. Das Motto unserer Kinderbuchtage „begegnen, diskutieren, selber machen, vernetzen“ wurde so auch das Motto für diesen ersten Salon in Warschau! In der Tat konnte ich während der beiden wunderbaren Tage, die ich auf Einladung von Markus Kedziora in Warschau und im Goethe Institut verbrachte, vielen Menschen begegnen und das Kinderbuchhausnetz weiterknüpfen.

13.06.2018, Warszawa, Instytut Goethego. Fot. Adam BurakowskiAm ersten Tag durften Frank Kühne vom Carlsen Verlag, Jule Pfeiffer-Spiekermann mit ihrem wunderbaren Pinselfisch-Projekt und ich selbst für das Kinderbuchhaus einige Einblicke in die deutsche Kinderbuchszene geben. Ein großer, ökonomisch so erfolgreicher Kinderbuchverlag wie der Carlsen Verlag, der sein Programm auch wissenschaftlich gestützt auf die junge Leserschaft ausrichtet, eine in aller Welt erprobte Buchkünstlerin und Vermittlerin wie Jule Pfeiffer-Spiekermann von Pinselfisch und eine Institution wie das Kinderbuchhaus, das von der gut vernetzten Kinderbuchszene in Hamburg lebt und dazu ein ambitioniertes Ausstellungsprogramm anbieten kann, boten sicher einen facettenreichen Einblick in die deutschsprachige Kinderbuchszene. Alle drei IMG_7130Beiträge einte die Einsicht, welcher Wert heute auch auf die Bildlesekompetenz gelegt werden muss, wenn man von Leseförderung spricht. Besonders spannend wurde es dann für uns deutsche Gäste, als Katarzyna Domanska mit unglaublicher Emphase und Energie vom grandiosen Verlag Dwie Siostry (Zwei Schwestern) dessen Programm, Erfolgsgeschichte und  herausragende, phantasievolle Engagement aller dort Beschäftigten vorstellte. Insbesondere durch den deutschen Moritz Verlag sind die Publikumsrenner „Alle Welt“ (Mapy) von Aleksandra und Daniel Mizielinscy und „Bienen“ von Piotr Socha auch hierzulande bekannt geworden. In diesem Jahr erscheinen in diesem kleinen Verlag 34 Neuerscheinungen! Unglaublich beeindruckend, und es wurde deutlich, wo wir da eigentlich zu Gast sind: in einem Land nämlich mit großer Buch- und vor allem auch Illustrationstradition!

IMG_0080Dass diese Tradition dennoch gestärkt und gefördert werden muss, soll sie nicht an ökonomischen Problemen scheitern, das machte auf fast traurige Weise dann Ewa Woznicka von der Buchhandlung Mala Buka deutlich. Diese engagierte Buchhandlung dient in einem großen, sozial eher schwachen Viertel Warschaus als Anlaufstelle für Kinder, die begeistert all die Leseförderangebote annahmen, die die Mitarbeiterinnen der Buchhandlung sich einfallen ließen. Auch Eltern waren froh, ihre Kinder so gut „betreut“ zu wissen. Dass man dort allerdings auch Bücher kaufen kann und sollte, das wurde immer mehr vergessen. Wenn überhaupt, dann kaufte die Klientel der Buchhandlung nicht dort, sondern beim günstigsten Anbieter oftmals über das Internet. In Polen gibt es keine Buchpreisbindung. Immer mehr Buchhandlungen schließen oder geraten in wirtschaftliche Bedrängnis, wie auch Grazyna Szarszewska von der polnischen Buchkammer, die die Veranstaltungen moderierte, eindringlich schilderte. Trotz einer stetig wachsenden Anzahl von funktionalen Analphabeten in Polen, ist aber die Regierung nicht bereit, die Basis für eine tragfähige Leseförderung zu schaffen, zu der eben auch die Buchpreisbindung gehört. Für Mala Buka bedeutet das das Aus. Zum Juli schließt dieses schon fast Stadtteilzentrum zu nennende Unternehmen die Türen für immer.

IMG_9994Der zweite Tag widmete sich dann der praktischen Arbeit. Jule Pfeiffer-Spiekermann, Agata Dudek und Malgorzata Nowak arbeiteten im Goethe-Institut mit eingeladenen polnischen Schulklassen. Auch das ein großes Vergnügen!

Es war ein Salon-Auftakt voller neuer Einsichten in die mir bisher unbekannte aktuelle Verlags- und Kinderbuchszene Polens. Alles wurde hervorragend organisiert und betreut durch Markus Kedziora und sein Team mit Jagoda Perska und Hanna Krogulska.

Für mich gab es dann kein Halten mehr: Laufen, so lange die Füße tragen! Warschau ist eine so vitale, spannende Stadt, für die die beiden Tage längst nicht ausreichten. Dennoch habe ich vieles, auch die deutlichen Spuren gesehen und erlaufen, die Antisemitismus, Vernichtung der polnischen Juden und die Bomben des Zweiten Weltkrieges hinterlassen haben. Es ist noch immer kaum zu fassen, wie groß das Leid und die Zerstörung waren, die durch die Deutschen angerichtet wurden. Heute ist Warschau eine brodelnde Metropole mit spannenden Gegensätzen, irritierenden Brüchen, voller Cafes und Restaurants, die immer voll zu sein scheinen. Eine auf dem Boden der Tradition sich stets neu erfindende Stadt. Ich habe viel gestaunt und gelernt und werde sicher wiederkommen.

© Fotos 1 und 2 von Adam Burakowski, Goethe Institut Warschau
Veröffentlicht unter Kinderfest Altonaer Museum, Netzwerk | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Das Kinderbuchhaus zu Gast im Warschauer Goethe-Institut

weiterBilden – Die 9. Hamburger Kinderbuchtage

IMG_9573 KopieBereits zum neunten Mal ging es volle Programmtage ins kreative Bildungscamp rund um die Buchkultur für Kinder. Die Hamburger Kinderbuchtage unter der Leitung der Illustratorin und Autorin Nele Palmtag hatten dieses Mal den Schwerpunkt Bilderbuch. Nach einem einleitenden Vortrag von Dr. Dagmar Gausmann (Kinderbuchhaus), der die Wichtigkeit der Bildlesekompetenz in einer von Bildkommunikation geprägten Umwelt thematisierte, ging es gleich in die Praxis: Nina Horn (ALADIN Verlag) berichtete aus dem Lektorat eines auf Bilderbücher spezialisierten Verlags. Mit Lena Hällmayer erfuhren die Teilnehmerinnen, wie sie in Gemeinschaftsarbeit selbst zu kreativen Illustratorinnen werden können. Ein Riesenleporello als Ergebnis begeisterte alle!
Ole Könnecke erzählte inmitten seiner Bilder, über seine Ideen und den Weg dieser Ideen auf’s Papier. Frank Kühne (Carlsen Verlag) verblüffte das Publikum mit charmant vorgetragenen Grundkenntnissen über die Lesesozialisation des Kindes. Franziska Biermann, Illustratorin und Autorin, beseitigte in ihrer Schreibwerkstatt humor- und temperamentvoll jeglichen Rest eventueller Schreibblockaden. Annette Huber, Lese- und Literaturpädagogin, ermöglichte Einsichten in die Grundlagen der Tradition des Erzähltheaters Kamishibai. Kontrastreich dazu ging es mit Heike Roegler (Bildung und Vermittlung Altonaer Museum) in die digitale Welt der Bilderbuch-Apps. Und wie fühlt sich ein fallendes Blatt? Keineswegs erschöpft erspielten sich die Teilnehmerinnen mit Alina Gregor, Schauspielerin, Regisseurin und Pädagogin, die Welt des szenischen Spiels und wurden zu Schauspielerinnen, so wie es im Kinderbuchhaus üblich ist: ganz wie die Kinder.
Es waren volle, bunte und beeindruckend lebhafte zwei Tage mit kompetenten und begeisternden DozentInnen und mit glücklichen Teilnehmerinnen.

Na dann: Im nächsten Jahr feiern wir ganz sicher die 10. Hamburger Kinderbuchtage.

Veröffentlicht unter Überblick Programm, weiterBilden | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für weiterBilden – Die 9. Hamburger Kinderbuchtage