Was macht das Ich zum Ich?

Es ist ein Donnerstag Vormittag, 9-jährige Schüler der Schule Goosacker haben sich auf den Weg ins Hamburger Kinderbuchhaus gemacht.
Bereits auf dem Weg durch das Altonaer Museum hinauf in die 2. Etage, zu den Räumen des Kinderbuchhauses gibt es viele erstaunte Ausrufe!
„Was machen wir heute? Was zu den Schiffen?“
Nein – aber ….

Das Hamburger Kinderbuchhaus hat wieder einmal die bekannte Kinderphilosophin Kristina Calvert eingeladen. Unter dem Motto „Was macht das Ich zum Ich?“, fragt Kristina Calvert die Schüler, ob sie denn wissen, was philosophieren überhaupt ist , und sie bekommt erstaunliche Antworten.

„In Griechenland gibt es viele Philosophen. Da kommen die vermutlich her. Es gibt da auch einen ganz berühmten Philosophen!“

Die Schüler sitzen im großen Ausstellungsraum des Hamburger Kinderbuchhauses und werden auf ihre ganz eigene Art sehr schnell zu „Freunden der Weisheit“. Sie kommen ins Gespräch, denken nach und diskutieren miteinander.

Zwischendurch ruft ein Junge erfreut aus:
„Du philosophierst mit uns gerade, stimmt´s?!“

Kristina Calvert fragt: „Kann ich mich denn in jemand anderes verwandeln?“
Die meisten sind sich einig. Das geht nicht:
– „Man kann sich wünschen, sich zu verwandeln, aber das klappt nicht. Du kannst dich nur verkleiden oder in deiner Fantasie verwandeln.“
– „Du bist immer noch du. Du kannst dich nicht verwandeln. Das DU ist in der Seele. Die Seele wird größer, wenn du Erwachsen bist. Die wächst mit dem Körper mit.“
– „Du wurdest als du geboren. Deine Freunde mögen deine Art, die kannst du nicht ändern, du bist du selbst.“
– „Man kann nicht genau gleich wie andere Menschen sein. Du hast nicht die gleichen Gefühle wie die.“

Trotzdem machen sie sich schließlich mit großem Eifer an die Aufgabe, in einem Leporello eine Geschichte ihrer eigenen Verwandlung aufzuzeichnen.
Anregungen suchen die Schüler in den vielen schönen Bildern der Ausstellung „Junge! Junge!“. Sie finden dort ganz verschiedene Rollen von Jungs vor, z.B. Fußballer, große Brüder, angelnde Väter, Prinzen und Straßenjungen, Zauberer und Tieferbegabte …
Einige verwandeln sich gleich in mehrere Figuren, andere stellen Schritt für Schritt ihre Verwandlung dar.
Und was war besonders beliebt? Ritter (natürlich in Kombination mit dem Drachen), Zauberer wie der Harry Potter und einige Tiere.

Nancy wollte sich übrigens nicht verwandeln. Sie war sich sicher, dass ihr Ich so gerade richtig ist.

Die Schüler waren heute sehr davon überzeugt, dass man, um Weisheit zu erlangen, lesen können müsse. Und nicht nur das: „Weise sind meistens alte Männer. Es können auch Frauen sein, aber meistens sind es Männer mit Bärten.“

Junge! Junge!

Wir danken den Freunden der Weisheit  und Kristina Calvert für das Gespräch an diesem Vormittag im Hamburger Kinderbuchhaus.

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