Reporterkids

Leider schon vorbei – aber …

Ein erfolgreiches Pilotprojekt mit kleinen Darstellern in großen Rollen.

Mit dem Finale der „Reporterkids“ am 25. November 2011 endete ein ganz besonderes Projekt im Hamburger Kinderbuchhaus. Fünf Wochen lang haben sich die Kinder der Klasse 3b der Grundschule Bahrenfelder Straße zusammen mit der Theaterpädagogin Alina Gregor intensiv mit den Jungsfiguren der aktuellen Ausstellung „Junge! Junge!“ beschäftigt.
Als Reporter haben sie ihre eigenen Fragen an die Bilderbuchjungs entwickelt und sind ihnen so auf besondere Weise näher gekommen. Ein echter Journalist hat bei einem Interview natürlich sein Diktiergerät dabei und so ist aus den Aufnahmen der Kinder ein kurzes Hörspiel entstanden, in das Sie/ihr hier hineinhören könnt.

Auch als Schauspieler haben sich unsere Reporterkids versucht, und das mit viel Spaß, Engagement und Erfolg. In jeder Sitzung haben sie zusammen mit Alina Gregor den Raum des Kinderbuchhauses zur Bühne werden lassen und Textstellen ihrer auserwählten Lieblingsbücher in ein kurzes Theaterstück verwandelt.

Alles in allem ein Projekt, bei dem die Kinder Büchern und Bildern auf ungewohnte Weise begegneten: Wieder einmal ließ Alina Gregor das Kinderbuchhaus für die Kinder zu „Hörraum und Sprechbühne“ werden. Alle Kinder fanden Spass und Freude am szenischen oder chorischen Sprechen, erlebten den Klang der eigenen Stimme ganz neu und selbstbewusst und sind vor allem von nun an überzeugte Leser uns Leserinnen, die wissen, was man alles mit einem Bilderbuch machen kann.

Das Projekt:

Die aktuelle Ausstellung von Originalillustrationen im Hamburger Kinderbuchhaus heißt „Junge!Junge!“.
21 Hamburger BilderbuchkünstlerInnen und -künstler illustrieren hier die Vielfalt an Rollenangeboten im aktuellen Bilder- und Kinderbuch.

Weil Jungs heute oft nur noch als Bildungsverlierer in den Medien thematisiert werden, haben wir in unserer Ausstellung den Jungs einmal den Vortritt gelassen. Teil II der Ausstellung heißt: „Mädchen!“  und wird im April 2012 eröffnet.

Die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Rollenangeboten in den Medien betrifft aber immer Mädchen und Jungs gleichermaßen. (Auch Brad Pitt bringt ja nicht nur Männer zum Nachdenken, oder?)
Die Figuren in den Kinderbüchern sind Angebote zur Identifizierung und Auseinandersetzung zugleich.
Wie aber finden denn eigentlich die Kinder selbst die Rollen und die Bilder, die ihnen die erwachsenen Künstler anbieten?

Die Theaterregisseurin am Thalia Theater, Alina Gregor, ist auch Theaterpädagogin und Schauspielerin. Gemeinsam mit Dagmar Gausmann-Läpple hat sie ein besonderes Projekt entwickelt.

Reporterkids im Kinderbuchhaus.

An zehn Vormittagen wird sich eine dritte Klasse mit den Bildern der Ausstellung auf besondere und besonders intensive Weise beschäftigen.
Die Kinder werden zu Reportern, die in selbst entwickelten Interviews und mit Aufnahmegeräten in den Dialog mit den Buchfiguren treten. Aus den Beobachtungen und Befragungen der Buchfiguren entwickeln die Kinder Rollenspiele, die in selbst gebauter Bilderbuchbühne zur Aufführung kommen werden.
So gewinnen die Kinder einen eigenen Zugang zu Büchern. Sie werden sich spielerisch bewusster über das, was Bücher sind: Angebote, die Welt zu interpretieren und dadurch sich und die Welt zu verstehen.
Und wir Erwachsenen wissen am Ende sicher mehr über die Gedanken und Urteile der Kinder zu den Büchern, die ja immer nur wir Erwachsenen herstellen und kaufen.

Die Grundschule Bahrenfelder Straße mit ihrem Leiter Rüdiger Clausen und der Klassenlehrerin Frau Buth sind begeistert, an einem so intensiven Leseförderprogramm mitwirken zu können. Nicht jede Schule ist bereit, den erheblichen Organisationsaufwand zu betreiben, den es bedeutet, fast 30 Stunden für ein Projekt in den Lehrplan zu integrieren.

Wir vom Kinderbuchhaus wissen ganz sicher, dass es gerade diese auf Dauer angelegten Projekte sind, die nachhaltig positiv wirken.

Das Projekt „Reporterkids“ wurde konzipiert von Alina Gregor und Dagmar Gausmann-Läpple. Der Projektverlauf wird laufend dokumentiert von Anja Schöbel, nachzulesen unter “Noch mehr wissen – Reporterkids”.

Finanziert wird dieses Projekt durch die großzügige Spende einer Altonaer Familie.

(Verfasserin: Dagmar Gausmann-Läpple)

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